
Skaten, Party, Liebeleien, gedämpft verzerrte Gitarrenachtel und Rhythmen, bei denen sich auch der schmächtigste Drummer seines Hemdes entledigen muss; Punkrock ist eine Art Lebensgefühl. Von vielen herablassend als 3-Chord-Mucke kritisiert, hat Punkrock nicht den besten Ruf… doch welches Genre hat das schon??? Für mich war dieser Art von Musik besonders frühjugendlich ein großer Teil der MP3-CDs in meinem damaligen Discman reserviert, denn eine derart gute Laune hat mir sonst keine Düdelei bereitet. Ein Grund für mich heute, mal zu schauen, was denn so die Highlights des Punkrock in meinen Augen/Ohren waren.
10. Donots – Got The Noise (2004) 
Sommer pur! Das ist einfach der schwerwiegendste Gedanke, wenn ich mal wieder in diese Gutelaune-Songs reinhöre. Von den Verkaufszahlen her und auch nach Meinung der Band ist diese Scheibe nicht das beste Album, was die Jungs aus Ibbenbüren in ihrer Karriere erschaffen haben. Die haben das Teil aber auch nicht tag-täglich im Spanien-Urlaub am Strand liegend rauf und runter gehört. Dieses sonnige Image wird Got The Noise bei mir wohl nicht mehr los und da auch die Songs sehr cool sind (besonders der Titeltrack und “Life Ain’t Gonna Wait”) kann es sich meine Nummer 10 sichern.
9. NOFX – The War On Errorism (2003)
Bush ist nicht mehr Präsident, Terror ist (leidergottes) nichts Neues mehr und überhaupt ist das politische Gesicht der Platte mittlerweile ein wenig angestaubt. Nichtsdestotrotz hält sie aber nach wie vor einen ziemlich hohen Standard bei den einzelnen Liedern. Neben den guten Auskoppelungen gibt’s nämlich noch zahlreiche weitere Werke, die innerhalb des Stils recht innovativ sind und einen hohen Wiedererkennungswert besitzen. Ruhig mal reinhören. ;-)
8. Rise Against – Appeal To Reason (2008) 
Bei dieser Entscheidung hab ich ein wenig Bauchschmerzen, denn zum einen ist die Lead-Stimme ziemlich rau für Punkrock und zum anderen kann ich mich nicht wirklich zwischen drei Alben der Band entscheiden. Objektiv betrachtet ist wahrscheinlich das neuste der drei am besten, nämlich das genannte “Appeal To Reason”. Die Durchschnittsqualität der Songs ist einfach am höchsten. Dann wären da aber noch “The Sufferer & The Witness”, sowie “Siren Song Of The Counter Culture”. Besonders letzteres ist mir ereignisbedingt eigentlich am Nächsten, die Songs sind aber bis auf “Give It All” nicht vollends überzeugend.
7. Yellowcard – Ocean Avenue (2003) ![]()
Bei diesem Album sind nicht alle Lieder herausragend, manche dafür aber um so mehr! Ob “Way Away” bei SSX3 zum Snowboarden, “Breathing” zum Kuscheln oder das grandiose “Ocean Avenue” egal wozu; einige Songs machen einfach einen Heiden-Spaß! Auch das Album “Paper Walls” ist übrigens sehr gelungen und vom durchschnittlichen Standard wahrscheinlich sogar höher anzusiedeln. Doch ohne echten Hit wird’s gegen oben genannte Kracher halt schwierig… Erstaunlich übrigens auch, dass man sich mit einem kleinen Unterschied in der Bandbesetzung so von der Masse abheben kann… Es lebe die E-Geige!
6. Sum 41 – All Killer No Filler (2002) 
Auch hier sind die Welthits zuhause: Bei Titeln wie “Fat Lip”, “Motivation” oder “In Too Deep” (und einem saugeilen “Pain For Pleasure”) kann ich mir weitere Worte eigentlich sparen. Im Gegensatz zu Yellowcard ist der Standard bei “All Killer No Filler” jedoch höher. Auch “Chuck” ist ein sehr gutes Album, konnte sich in der Öffentlichkeit aber nicht ganz so durchsetzen.
5. Fall Out Boy – From Under The Cork Tree (2005) 
Von F.O.B. hat man eigentlich immer das gekriegt, was man erwartete – nicht mehr und nicht weniger. Mehr braucht es aber auch nicht sein, denn die Jungs überzeugen immer wieder mit geradlinigen, schnellen Songs. Aus genanntem Album möchte ich besonders “Nobody Puts Baby In The Corner” hervorheben, das für mich so ziemlich der perfekte Punkrocksong ist. Das neuste Best-Of-Album “Believers Never Die” hat natürlich die besten Hits auf Lager, solche Sammlungen will ich in dieser Rangliste aber außen vor lassen. Bleibt nur noch zu sagen, dass Fall Out Boy leider immer poppiger wird…
4. Zebrahead – Phoenix (2008) 
Ohne wahren Hit schafft es Zebrahead mit Phoenix auf Platz 4, denn die Songs sind durch die Bank einfach nur gut. Außerdem haben die Jungs mit vielen Alben ein Kollektiv von sehr guten Songs – und auch Hits – geschaffen, das diese Position absolut rechtfertigt. Auch beim neuen Coveralbum “Panty Raid” lohnt sich das Reinhören.
3. My Chemical Romance – The Black Parade (2006) 
Ich habe lange überlegt, ob die Band genretechnisch in diese Liste passt und bin zum Entschluss gekommen: nicht durchweg, aber ja. Durch die gewaltige Vermarktung zum Albumstart ist diese CD mittlerweile weltbekannt. Und das auch noch völlig zurecht. Denn nicht nur die Durchschnittsqualität der Songs ist sehr hoch; mit “Mama” und vor allem “The Black Parade” haben My Chemical Romance zwei Meilensteine ihres Genres und in meinen Augen auch generell im Rock geschaffen. Außerdem gibt es kaum eine Band, die mich selbst musikalisch so inspiriert! Die haben einfach immer irgendeine innovative Idee und sind überhaupt unheimlich kreativ!
2. Good Charlotte – The Young And The Hopeless (2002) 
Hier gibt’s nicht viel zu sagen… Fast jeder Track ein Kracher. Alle gut, alle verschieden, das mal 14. “The Anthem” und der Titelsong sind die Sahnehäubchen auf einer Platte, die fast alles bietet. Sie ist so gut, dass ich vom Nachfolgealbum, das durchaus auch ziemlich gut ist, einfach nur total enttäuscht war… Leider gibt’s auch hier die Entwicklung zur poppigen Charlotte. (Das Video ist eine Demo-Version, da das Original lizenzbedingt nicht aufzufinden ist.)
1. Blink-182 – Take Off Your Pants And Jacket (2001) 
Die Nummer 1 ist für mich unumstritten. Ein Meisterwerk der Punkrock-Kunst. Eine CD wie aus einem Guss. Ein Brett! Blink setzt mit diesem Album den absoluten Genre-Primus, an dem sich alle anderen zu messen haben. Die drei Typen, die auf dieser CD endlich das vokale Tönetreffen gelernt haben, schaffen mit der absoluten Basisbesetzung Gitarre-Bass-Drums eine Vielfalt, die es in sich hat. Und es handelt sich ja nicht bloß um zehn bis zwölf Lieder; inklusive Bonustracks erwartet den Hörer ein fettes Paket von 19 Liedern! Allein aus dem Zusatzmaterial hätte man noch eine gute 6-Song-EP basteln können. Die Welthits sind zum Beispiel aus Filmen wie American Pie bekannt, einzelne hervorzuheben ist schwierig. Leider war dieses Album eine in gewisser Weise eine Art Eintagsfliege, denn sowohl vorher, als auch danach konnte Blink dieses Niveau nicht erreichen. Das auch schon sehr gute “Enema Of The State” schafft es als Vorgänger noch am Nächsten heran, doch einholen wird die Band dieses Meisterwerk auch in Zukunft nicht mehr. Zum Schluss dann noch einen Akustiktitel der Bonus-Songs, um euch zu zeigen, was für Songs es hier nicht unter die regulären ersten 13 Lieder geschafft haben…
Hört ruhig mal in das ein oder andere der 10 Alben rein, könnte sich lohnen… ;-)
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