Filme, die ich 2010 auf keinen Fall mehr sehen muss – Teil 1

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Das T-Shirt klebt am Körper, die Zimmerpflanze welkt vor sich hin und ich könnte mir vorstellen, dass selbst das Quecksilber im Thermometer bald zu faul ist, ständig nach oben zu steigen. Es ist nicht zu übersehen: Der Sommer ist da!

Das bedeutet: das Jahr 2010 ist schon zur Hälfte rum. Um genau zu sein, befinden wir uns jetzt seit neun Tagen in der zweiten Jahreshälfte. Doch mir ist gar nicht nach Rückblicken (da würde mir ja nur bewusst werden, wie wenig ich mal wieder getan habe von dem, was ich eigentlich vorhatte). Darum schauen wir doch lieber mal nach vorne. Was erwartet uns noch, bevor wir den neuen Kalender aufhängen müssen? Die WM ist gelaufen, Grand Prix ist gewonnen und unser Bundespräsident wird uns wohl noch etwas länger erhalten bleiben. Können wir uns da wenigstens im Kino auf die verbleibenden sechs Monate freuen?

Ich habe mir mal die geplanten Kinostarts für die zweite Jahreshälfte durchgeschaut und werde hier einfach wild drauflosspekulieren. Den Anfang machen zunächst die Filme, die ich dieses Jahr auf keinen Fall mehr sehen muss.

Denkt beim Lesen daran, dass ich keinen der Filme schon gesehen habe. Das sind also alles rein subjektive Gedanken, beruhend auf meinen ausgeprägten Vorurteilen. Wenn das ganze kontrovers aufgenommen wird, freut mich das umso mehr ;)

1. Für immer Shrek

30.06.

Ich habe nichts gegen Animationsfilme. Wirklich nicht. Aber Fortsetzungen von Animationsfilmen… Ich weiß nicht. Ist problematisch.

Der dicke, grüne Oger ist eigentlich ein wahrer Sympathieträger. Dicke, grüne Figuren sind grundsätzlich toll. Triffst du sie zum ersten mal, ist das zum Totlachen, beim zweiten mal ein nettes Wiedersehen und beim dritten mal dann schon eher der etwas nervige Bekannte, den man auch nicht unbedingt sehen müsste.

Jetzt erwartet uns Shrek, der tollkühne Held (<- Werbebezeichnung) schon zum vierten mal in seinem Königreich „Far Far Away“. Ich möchte hier eigentlich keine grundsätzliche Lästerorgie über den Fortsetzungswahn Hollywoods lostreten. Das wird an anderer Stelle oft genug bejammert. Vom Prinzip her spricht auch nichts gegen Fortsetzungen, vorausgesetzt, sie haben eine gewisse Berechtigung.

Das heißt die begonnene Geschichte sollte vernünftig weiter erzählt werden (im besten Fall ist das auch noch wirklich notwendig) oder der erste Teil sollte irgendwie ergänzt, gesteigert, übertroffen werden. Leider gelingt das tatsächlich nur in sehr wenigen Fällen.

Bei Shrek 4 bin ich da mehr als skeptisch. Der Story und Trailer erwecken bei mir eher den Eindruck des verzweifelten Versuchs, alles noch mal auf Anfang zu schalten, um an den Erfolg des ersten Teils anzuknüpfen. Das klingt weder neu noch spannend. Tut mir wirklich leid, da wäre sicher mehr drin gewesen.

Bevor ich dafür mein Geld ausgebe, warte ich doch lieber auf einen der originelleren Animationsfilme die dieses Jahr noch anstehen (dazu bald mehr).

Einen Pluspunkt hat der Film dann aber doch noch. Er wird tatsächlich als letzter Teil der Reihe verkauft. Das nenne ich verspätete Konsequenz. Fraglich ist nur, was wir davon halten dürfen. Ein solches Versprechen erinnert mich ein wenig an den altbekannten Vorsatz nach der durchzechten Nacht: „Ich trinke nie wieder Alkohol!“

2. Eclipse – Biss zum Morgengrauen

15.07.

Twilight. Kreischende Teens (und vermutlich auch kreischende Mütter in der Midlife-Crisis). Der süße Robert Pattinson. Eine pathetische Story, die vor zuckersüßem Kitsch nur so tropft. Und dazu noch die verklemmte Sexualmoral einer mormonischen Autorin in der verfrühten Midlife-Crisis.

Ehrlich gesagt möchte ich gar nicht viel mehr zu diesem Franchise sagen. Eigentlich war es jetzt schon zu viel. Vermutlich habe ich gerade auch den geballten Zorn der mächtigen Internet-Teenie-Gemeinde auf unseren kleinen Blog gezogen. Ich zittere schon vor dem anbrausenden Shitstorm in unserem Kommentarbereich. Wobei… Das wären immerhin mal Kommentare.

Im Grunde ist es auch viel zu einfach, über ein Teenagerphänomen wie Twilight herzuziehen. Natürlich ist das kein großes Kino, natürlich sieht eine ausgefeilte Dramaturgie anders aus, natürlich zeigen sich die Jungschauspieler nicht von ihrer besten Seite, und natürlich ist die dahinterstehende Moral fraglich.

Doch warum sollte uns das alles kümmern. Sollen die 13-jährigen Mädels doch bitte in Strömen ins Kino rennen.

Ich jedenfalls bleibe zuhause. Das kümmert die Fans dann wohl auch wenig.

3. Knight And Day

22.07.

Wenn ein Film fast ausschließlich durch die Namen zweier Schauspieler beworben wird, bin ich skeptisch. Ob da am Ende noch etwas Interessantes übrig bleibt, neben den beiden bekannten Gesichtern? Potenziert wird meine Skepsis, wenn einer der beiden Namen „Tom Cruise“ lautet. Sieht den wirklich noch irgendjemand gerne auf der Leinwand? Muss doch nicht sein! Und das Problem ist ja nicht nur sein Schauspiel, sein dümmliches Grinsen oder seine Mitgliedschaft in einer internationalen Sekte. Nein! Das schlimmste ist, dass er es doch tatsächlich geschafft hat, mir meinen Jugendschwarm Katie Holmes wegzuschnappen. Ich tippe ja auf Gehirnwäsche….

Aber genug von meiner persönlichen Abneigung. Was erwartet uns bei „Knight And Day“?

Angekündigt wird er als Action-Komödie. Meiner Meinung nach ein doch schon sehr angestaubtes Genre. Nichts, was mich grundsätzlich in ekstasische Vorfreunde versetzt. Aber gut, wers mag. Wenn dann aber wirklich beide Bestandteile des Genres im Trailer schon so schlecht da stehen, lässt das auf wenig gutes hoffen. Die Action erinnert micht an „Alarm für Cobra 11“ mit verzehnfachtem Budget und die Witze würden auch eher ins Werktagsprogramm von RTL passen.

Trotz allem wird der Film wohl solide Mainstreamkost abliefern und bemüht sein, die gängigen Kriterien eines klassischen Sommerblockbusters zu erfüllen. Mir ist bewusst, dass das genau das ist, was viele im Kino erwarten. Mich reizt das aber mal so gar nicht.

Da leg ich mich doch lieber in die Sonne und träume von Katie Holmes. Ohne Tom Cruise.

 

4. Karate Kid

22.07.

Wer sich in Filmbloggerkreisen ein wenig umschaut, dem fallen schnell die drei großen No-Gos auf. Da wären erstens mal miese Fortsetzungen. Ein nicht wirklich neues Ärgernis. Spätestens seit Beginn der Horror-/Slasher-Welle zu Beginn der 80er gehört die herzlose Geldmacherei des Sequel-Wahns zum Filmgeschäft dazu. Aber das habe ich schon zu Genüge weiter oben abgehandelt. Das zweite rote Tuch für den typischen selbst ernannten Filmexperten im Netz (wie mich…) ist dagegen noch ganz frisch: 3D-Filme. Darum soll es später noch einmal gehen. Bleibt noch die dritte Kategorie übrig: Das Remake.

Im Grunde ist das Ganze noch um einiges dreister als die unnötige Fortsetzung einer erfolgreichen Geschichte. Wie haben wir uns das vorzustellen? Sitzt da irgendwo ein wohlbeleibter Hollywood-Studioboss an seinem schweren Mahagonischreibtisch, in seinem riesigen Büro, vor einer Fensterwand mit Blick auf das bekannte Hollywood-Sign? In der einen Hand eine teure kubanische Zigarre, in der anderen das Glas vom 200-Dollar-Whisky. Dann klopft es an der gigantischen Eichentür. Herein kommt ein schmieriger Typ in teurem Anzug mit einer schwarzen Ledermappe unter dem Arm. „Mr. Smith, wir brauchen dringend noch einer Sommerblockbuster fürs nächste Jahr. Was sicheres natürlich. Einen Selbstläufer. Keine Experimente“, schnauzt der Studioboss seinen Mitarbeiter an. Der lächelt nur verschmitzt, fährt sich mit der Hand durch die fetten Haare und zieht ein Papier aus seiner Ledermappe: „Da hab ich was für Sie, Boss. Sagt ihnen „Karate Kid“ etwas? Sehr erfolgreiche Familienfilme in den 80ern. Und tatsächlich ist noch keiner darauf gekommen, das Ganze zu rebooten!“ Mr. Smith kann sich ein hämisches Lachen nicht verkneifen. „Das ist eine todsichere Nummer, Boss. Wir müssen das ganze nur etwas modernisieren. Irgend ein hippes Kind als Hauptdarsteller. Will Smith hat glaub ich einen Sohn. Eine Kultfigur darf auch nicht fehlen, ich frage mal Jackie Chan an. Der macht doch jeden Scheiß mit. Dann noch genügend Pseudo-Gangster-Hip-Hop in den Film und fertig ist der Sommerblockbuster“.

Ich bin mir sicher, so wird dieser Film entstanden sein. Oder jedenfalls so ähnlich. Aber nicht mit mir, ihr kapitalistischen Hollywood-Schweine! Ich gebe dafür kein Geld aus! Vielleicht saug ich ihn mir sogar extra aus dem Netz, um euch zu ärgern! Harrharr! Dabei möchte ich ihn, ehrlich gesagt, nicht mal für umsonst anschauen…

 

5. Step Up 3D

05.08.

Wie versprochen habe ich auch noch einen 3D-Film in meiner Liste. Gut, Shrek 4 wird es auch in 3D zu sehen geben, aber das hier muss glaub ich noch mal ganz anders bewertet werden.

Bestandsaufnahme: Coole, hübsche, junge Menschen, die ganz toll Breakdance tanzen können (vermutlich ist das vom Stil her wieder ganz anderes, viel moderneres als Breakdance. Is mir aber wurscht), abgefahrene Choreografien mit tollen Special Effects, aktuelle Chart-Mukke, die krasseste Urban-Fashion, natürlich eine nette Liebesgeschichte uuuuuund: das alles in 3D!

Wer wird da nicht schwach? Ich. Und dabei müsst ihr wissen, dass ich nicht grundsätzlich etwas gegen Tanz im Kino habe. Ich oute mich hier gerne als Musical-Fan. Ich find das toll, wenn in einem Film plötzlich alle das Singen und Tanzen anfangen. Aber das ist kein Musical. Das ist schnelle, anspruchslose Vermarktung der längst Mainstream gewordenen Hip-Hop-Kultur. Und das ist einfach nur arm. Da wird jede ernsthafte Emotion und interessante Geschichte in vollen drei Dimensionen abgeschüttelt und weggezappelt. Und das stereoskope Format ist dabei nur das I-Tüpfelchen auf der herzlosen Ausschlachtung der urbanen Kultur. Wie schon im Trailer ständig jemand in Richtung Zuschauer tritt, schläft, springt oder fällt, passt nur zu gut zu der wenig subtilen Art dieser Filme. Aufmerksamkeit um jeden Preis!

Nein danke.

——-

Da das alles jetzt doch etwas ausführlich wurde, habe ich beschlossen, den Artikel zweizuteilen. Demnächst gehts also weiter mit den restlichen fünf Filmen, die ich dieses Jahr nicht mehr sehen will. Darunter ein Blockbuster mit unglaublichen Staraufgebot, ein Epos mit christlichem Hintergrund und ein Schauspieler ,der scheinbar darauf spezialisiert ist, Filme zu machen, die ich auf keinen Fall sehen muss.

Aber danach dann endlich der Lichtblick. Es gibt auch noch einige sehr vielversprechende Filme diese Jahr. Versprochen.

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