Filme, die ich 2010 auf keinen Fall mehr sehen muss – Teil 2

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Alle bereit? Dann setzt euch hin. Es geht weiter in unserer munteren Reihe: „Ich bashe Filme, die ich noch gar nicht gesehen habe“.

Ihr seid der Meinung, der erste Teil war anmaßend, unbegründet oder überheblich? Na dann macht euch auf einiges gefasst. Ich habe noch fünf Filme auf meiner Liste, über die ausführlich gelästert werden muss – ohne sie gesehen zu haben. Und nein, ich nenne das nicht professionellen Filmjournalismus. Wir sind ja nur ein Blog hier. Und wie wir alle wissen, schreiben Blogs ja grundsätzlich nur Quatsch.

Bevor es jetzt ernst wird, noch ein mal ein paar Sicherheitshinweise zur Erinnerung:

1. Ich habe keinen der Filme bisher gesehen.

2. Ich möchte für keinen der Filme Geld ausgeben.

3. Meine Abneigung den Filmen gegenüber ist fundiert begründet (Gerüchte, Vorurteile, persönliche Abneigungen).

4. Es gibt auch Filme, die ich mag.

Jetzt aber los:

The Expendables

26.08.

Und da ist er! Der Hammer, für den mich vermutlich alle hassen werden. Aber ich ich sag es in aller Klarheit: Ich habe null Bock auf diesen Film!

Erst mal muss ich wohl (für den einen oder anderen) erklären, warum sich bei dem Gedanken an diesen Film reihenweise gestandene Männer in kleine Fanboys verwandeln, die diesem Film entgegensehnen, wie 13-jährige Emomädels Twilight Eclipse. Und eigentlich gründet sich der ganze Hype auch nur auf einem Faktor: die Besetzung. Auf Twilight-Seite schafft das Teenieschwarm Robert Pattison ganz alleine. Bei diesem Film ist es eine ganze Reihe von Männernnamen, die bei männlichen Kinogängern Begeisterung auslöst: Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger, Mickey Rourke, Jason Statham, Bruce Willis, Jet Li, Dolph Lundgren, Eric Roberts, Terry Crews, Steve Austin.

Bei mir löst diese Liste nur leider nicht viel mehr aus als einen fragenden Blick. Ein Drittel der Namen kenne ich ganz einfach nicht, ein Drittel kann ich nicht ausstehen und der Rest wird sowieso nur kleine Cameoauftritte haben, damit mit den großen Namen geworben werden kann (Schwarzenegger zum Beispiel).

„Aber Joe, wie kannst du nur?! Wie kann man(n) die nicht kennen?! Wie kann man(n) die nicht mögen?!“, höre ich jetzt schon fast die empörten Rufe ertönen. Ja, ich muss mich outen: Ich kann mit Actionfilmen überhaupt nichts anfangen! Puh, ein Glück jetzt ist es raus. Eine Erleichterung. Ich hoffe, das genügt als Begründung.

Solltet ihr mich immer noch nicht verstehen, hilft nur die dumme, einfallslose, altbackene Story als Argument:

THE EXPENDABLES is a hard-hitting action/thriller about a group of mercenaries hired to infiltrate a South American country and overthrow its ruthless dictator. Once the mission begins, the men realize things aren’t quite as they appear, finding themselves caught in a dangerous web of deceit and betrayal. With their mission thwarted and an innocent life in danger the men struggle with an even tougher challenge, one that threatens to destroy this band of brothers.

Aus der IMDb

Und mit dieser Einschätzung stehe nicht mal alleine da. Die Anfrage Stallones, an dieser filmgewordenen Männerfantasie teilzuhaben, lehnte ausgerechnet Jean-Claude van Damme ab (ja, ihr habt richtig gelesen). Und zwar mit der großartigen Begründung, dass ihm der Film nicht tiefgründig genug erschiene. Es ginge doch nur um „Boom, Boom, Boom!“ Na, wenn das kein guter Grund ist, dem Kino fern zu bleiben!

Duell der Magier

02.09.

Im ersten Teil dieser Reihe habe ich unmissverständlich meine Abneigung für Tom Cruise zum Ausdruck gebracht. Bei diesem Film jetzt ist es wieder einem einzigen Schauspieler zu verdanken, dass ich skeptisch bin: Nicolas Cage.

Versteht mich bitte nicht falsch, anders als bei Cruise ist es bei Cage kein Hass, keine Verachtung, ja nicht einmal fehlende Sympathie. Im Gegenteil, sympathisch ist Nic Cage über alles. Er ist halt nur leider ein ziemlich mieser Schauspieler. Wobei, das ist auch wieder etwas vereinfacht. Sagen wir lieber: Er ist in den meisten Fällen ein ziemlich mieser Schauspieler. Und genau das begründet das Phänomen Nic Cage. Zwischen all dem Müll in seiner Filmografie glänzen einige helle Perlen. Filme wie „Wild At Heart“, „Adaptation“, kürzlich „Kick Ass“ lesen sich super in einer Biografie. Problematisch ist es nur, wenn sie zwischen einem solchem Haufen Murks versteckt sind, wie bei Nic Cage. Trotz allem bleibt der Kerl mir irgendwie sympathisch. Man kann seine Murks-Filme ja einfach ignorieren.

Und ich befürchte, „Duell der Magier“ muss ich auch ignorieren, will ich diese Sympathie nicht verlieren. Führen wir uns einfach mal die Fakten vor Auge: Am Anfang steht die Ballade von Johann Wolfgang Goethe „Der Zauberlehrling“. Dazu kann man nun stehen wie man will (die meisten werden sie aus der Schulzeit in schlechter Erinnerung haben), aber ihren kulturellen Rang kann wohl keiner leugnen. Diese Ballade adaptierte Disney wunderbar, unvergleichlich, zeitlos in ihrem fantastischen Musik-Trickfilm von 1940 Fantasia (wer kennt nicht Mickey als Zauberlehrling im aussichtslosen Kampf mit den Schrubbern). Und jetzt kommen Jerry Bruckheimer (!) und der Regisseur John Turteltaub, die schon für die unsäglichen „Vermächtnis der Tempelritter“-Filme verantwortlich sind, daher, und meinen, dieses Meisterwerk als Fantasyspektakel neu auflegen zu müssen. Mit Nic Cage als Hauptdarsteller! Schreckliche Vorstellung…

Paranormal Activity 2

22.10. (USA)

Ein junger Mann denkt, dass es bei ihm im Haus spukt. Aber anstatt die Ghostbusters zu rufen oder sich selbst in eine Anstalt einzuliefern, beschließt er, einen Film aus seinen Erfahrungen zu machen. Mit 15.000 Dollar, ein paar digitalen Handkameras, dafür aber ohne Kameramänner ausgestattet, wird die Produktion in sieben Tagen durchgezogen. Das Resultat will am Ende kaum ein Festival zeigen, geschweige denn ein Verleiher kaufen. Bis der Film bei DreamWorks landet. Nachdem angeblich Steven Spielberg die DVD zum privaten Screening mit nach Hause nahm und am nächsten Tag panisch wieder zurückbrachte, da sie „verflucht“ sei, einigte man sich auf eine Testvorführung vor größerem Publikum. Ermuntert durch die zweifelhafte Tatsache, dass bei dieser Veranstaltung einige Zuschauer das Kino aus Angst vorzeitig verließen, wurde der Film letztlich doch in einigen ausgewählten US-Städten gezeigt. Die Gerüchte über panische Reaktion der Besucher plus einer effektiven Internetkampagne verhalfen dem Film letztlich zu einem Einspielergebnis von sage und schreibe 184 Millionen Dollar!

Ich liebe solche Erfolgsgeschichten eigentlich. Das Problem bei dieser: Der Film ist ziemlich langweilig.

Natürlich hat er etwas erfrischendes zwischen all den Hochglanz-Horrorstreifen Hollywoods. Doch so wirklich neu ist die Sache dann doch nicht, erinnert das Konzept und die Vermarktung doch stark an „Blair Witch Project“. Mit der Ausnahme, dass der mich damals wirklich etwas traumatisierte.

Doch wir alle kenne Hollywood. Über 180 Millionen Dollar Gewinn. Das kann nur eines bedeuten: Fortsetzung! Aber schnell! Und so erscheint ziemlich ein Jahr nach dem ersten großen US-Start von „Paranormal Activity“ schon das Sequel.

Erinnert sich noch jemand an Blair Witch Project 2? Wer den gesehen hat, kann vielleicht nachvollziehen, warum ich bei diesem Film äußerst skeptisch bin…

Die Chroniken von Narnia – Die Reise auf der Morgenröte

09.12.

Achja, was soll ich dazu schreiben. Im Grunde wäre das Ganze gar keine Erwähnung wert, aber der weltweite Erfolg der Narnia-Filme macht es einem nicht, leicht diese zu ignorieren.

Über was reden wir da eigentlich? Ein Filmprojekt, das aus dem enormen Erfolg des „Herr der Ringe“-Franchise geboren wurde und ähnlich wie unzählige andere Filme zu dieser Zeit versuchte, auf der neuen Fantasywelle mitzureiten. Mit der Besonderheit, dass dies dem ersten Narnia-Film sogar irgendwie mehr oder weniger gelungen ist. Die Hardcore-Narnia-Fans (ja, sowas soll es tatsächlich geben) würden mir jetzt natürlich widersprechen. Sie würden sich mit aller Kraft gegen den Trittbrett-Vorwurf wehren und mich wutentbrannt drauf hinweisen, dass „Die Chroniken von Narnia“ doch eigentlich die viel bessere Romanreihe sei (Verdammt, da ist Galadriel im Trailer! Und blau leuchtende Schwerter!). Keine Ahnung. Ich habe die Romane nicht gelesen und habe es auch nicht vor. Was ich weiß: die Filme sind eben nicht besser als „Der Herr der Ringe“. Sie kommen noch nicht mal in die Nähe. Wer beide Projekte ernsthaft vergleicht, kann sich nur lächerlich machen. Also mal ehrlich, sprechende Tiere!

Natürlich, die Filme sind an ein jüngeres Publikum gerichtet. Aber das entschuldigt kein schlechtes Script, kein schlechtes Schauspiel, keine zweifelhafte christliche Botschaft und auch keine miesen Effekte. Warum sollte das jetzt im dritten Teil plötzlich besser sein?

Und wem das noch nicht als Argument für die verdiente Ablehnung genügt, erinnere ich gerne noch einmal an den Weihnachtsmann aus Teil 1, der den Kindern allen Ernstes Waffen (!!!) zum Fest der Liebe schenkt.

Gullivers Reisen

30.12.

Der letzte Film in meiner Reihe. Auch eine Neuauflage einer alten Geschichte. Schon 1726 erschien die Originalfassung zum ersten Mal in Buchform. Bekannt ist den meisten wohl vor allem der erste der vier Teile, in dem Gulliver nach einem Schiffsbruch auf der Insel Liliput landet und sich dort mit den sehr klein gewachsenen Einwohnern herum schlagen muss.

Ich habe gar nichts dagegen einzuwenden, dass diese relativ bekannte Geschichte endlich einmal vernünftig verfilmt wird. Ehrlich gesagt kann ich gar nicht so genau sagen, woher ich „Gullivers Reisen“ wirklich kenne, aber ein gelungener Film ist mir nicht bekannt, dabei gibt der Stoff doch sicher einiges her. Leider, leider scheint die neueste Verfilmung mit Jack Black dies überhaupt nicht zu nutzen. Für mich wirklich ein perfektes Beispiel, wie ein Trailer komplett enttäuschen und einem jede Interesse an einem Film nehmen kann. Nichts gegen die Idee, die Geschichte in die Gegenwart zu verlegen (ist vermutlich sogar ganz klug), aber muss da dann so ein lächerlicher Unsinn dabei raus kommen? Die erste Hälfte des Trailers wirkt wie eine typische Einsamer-Loser-sucht-besseres-Leben-Komödie, nur unglaublich einschläfernd. Sobald wir dann endlich etwas von Liliput sehen, wird es nur leider nicht besser. Viel mehr als die peinlichen Gags aus dem Trailer darf man wohl auch im Film nicht erwarten. Dazu kommt, dass Jack Black aussieht wie in fast jedem seiner anderen Filme zuvor. Die Mimik, die Gestik, das ganze „Schauspiel“ könnte aus jeder seiner anderen überflüssigen Komödien stammen. Schade, dabei kann er doch wirklich mehr (Ich empfehle High Fidelity oder natürlich Be Kind Rewind). Aber dieser Jack Black geht mir einfach nur auf Nerven.

Völlig überdreht und gleichzeitg total langweilig. Zu diesem Eindruck vom Trailer passt wohl auch, dass dies der erste Realfilm des Regisseurs Rob Letterman ist, nach zwei höchstens mittelmäßigen Animationsfilmen. Vielleicht hätte das ganze tatsächlich als Pixarproduktion besser funktioniert, ohne Jack Black versteht sich.

So, das waren die zehn Filme, die ich dieses Jahr auf keinen Fall mehr sehen muss. Leider ist die Filmlandschaft nicht so großartig, dass tatsächlich nur zehn Filme in sechs Monaten rauskommen, die ich nicht sehen möchte. Aber ich musste mich ja irgendwie beschränken, wer sollte das sonst alles lesen? Ich habe bewusst große, viel beachtet Produktionen gewählt. Dass auch eine Unmenge an kleinen, unbeachteten Filmen an mir vorüber gehen werden, ist klar, aber über die kann man sich nicht so schön im Voraus aufregen.

Ihr werdet es nicht glauben, aber eigentlich schreibe ich viel lieber über Filme, die mir gefallen. Deswegen hoffe ich, dass jetzt auch bald die Liste, mit den Filmen auf die ich mich freue, fertig wird. Da gibt es nämlich tatsächlich auch noch sehr viele dieses Jahr. ;)

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4 Antworten to “Filme, die ich 2010 auf keinen Fall mehr sehen muss – Teil 2”

  1. mrsunperfect Says:

    sehr gut zusammengefasst finde ich und die kritken sind echt gut begründet.
    Danke für die Erleuterung von den noch kommenden Filmen und ich freue mich schon auf die Kritik über die Filme die du magst :D

  2. realshape Says:

    was für Filme magst Du denn ? Auf The Expendables und Paranormal Activity 2 bin ich schon sehr gespannt.

  3. Olsen Says:

    Bei „The Sorcerer’s Apprentice“ (grauenhafter deutscher Titel, wie so oft) bin ich schon alleine skeptisch, weil sechs Leute am Drehbuch geschrieben haben. Das ist meistens ein ganz schlechtes Zeichen. Aber ich geb dir auch sonst recht, Bruckheimer plus Cage, das kann nur in die Hose gehen. Zu den wenigen guten Cage-Filmen würde ich auf jeden Fall noch „Leaving Las Vegas“ und „The Weather Man“ zählen.

  4. Eva Says:

    Schön geschrieben, sehr schön sogar… So, dass man von Anfang bis Ende liest ohne auch nur einmal vom Bildschirm abzukommen ;)
    Klingt auch alles sehr plausibel, irgendwie – auch wenn ich total ahnungslos bin was Filme anbelang. Aber, lieber ein unqualifiziertes Lob als keines… ;)

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