Die besten Entdeckungen der letzten Jahre

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Für mich sind die letzten Jahre mit einer immensen Ausweitung meines Musikgeschmacks einhergegangen. Vollkommen aus irgendeinem aktuellen Zusammenhang gerissen will ich hier die sechs Bands und Künstler vorstellen, die mich am meisten beeindruckt haben. Das heißt natürlich nicht, dass es sie erst so lange gibt, wie ich sie kenne. Ich verpasse Dinge.

36 Crazyfists

Metalcore, wie er sein sollte. Die Jungs aus Alaska sind eine der sehr wenigen Bands in ihrem Genre, die es schafft, Melodie und Härte organisch zu einem Ganzen zusammenzufügen. Bei praktisch allen anderen klingen die Teile eines Songs wie beliebig aneinandergereiht. Brock Lindow, der Shouter der Crazyfists, deckt dazu ein enorm großes stilistisches Gebiet ab und weiß seine Stimme zu variieren – anders als das monotone Gegeifer vieler aktueller Deathcore-Vocalists. Die Gitarre ist mehr als nur eine Unterstützung der Bass-Drum; trotzdem geht ihr nichts von der aggressiven Härte ab, die man von einer Band dieser Stilrichtung erwartet. Alles in allem: ungewöhnlicher, aber hervorragender Metalcore.

Albumtipp: A Snow Capped Romance


Wheatus

Wheatus dürfte jedem ein Begriff sein, der 2000 nicht auf dem Mond gelebt hat. Der Monsterhit „Teenage Dirtbag“ hat die Gruppe um Songwriter und Frontmann Brendan B. Brown an die Spitze jeder weltweit erdenklichen Charts katapultiert. Und danach wurde es bemerkenswert schnell ruhig um die Jungs und Mädels aus Brookyln. Zum Glück war das so: Denn nach dem Split mit mehreren Majorlabels wurde Brown von kommerziellen Fesseln befreit und konnte nach und nach eine sehr interessanten Stil entwickeln, der in den gewöhnungsbedürftigen, aber lohnenden Pop, Songs & Death-EPs gegipfelt ist. Was als ironischer, mitreißender Pop begann, wurde vertrackter und progressiver; aber beide Seiten der Band sind eine willkommene Abwechslung vom Mainstream-Einerlei, besonders wenn man auf sarkastische, witzige Lyrics steht.

Albumtipp: Too Soon Monsoon (auf der Band-Site kostenlos zum Download verfügbar)

Coheed & Cambria

Und die nächste Band aus New York. Bevor ich irgendetwas von Coheed & Cambria kannte, hatte ich sie als Vorband von Slipknot (eine seltsame Kombination) erlebt – und war hingerissen. Moderner, progressiver, monumentaler, offensichtlich von Rush beeinflusster Rock, der eine einzige, weitreichende SciFi-Fantasygeschichte über fünf Alben erzählt – eine Band zum intensiven Hören. Musikalisch sind Coheed & Cambria abwechslungsreich, instrumentell stark, songwriterisch einfallsreich. Es fällt schwer, einzelne Songs herauszupicken, die hervorstechen, eben weil jedes Album ein Konzeptalbum ist; aber praktisch alle bieten interessante Ideen.

Albumtipp: Good Apollo, I’m Burning Star, Vol. I: From Fear Through The Eyes Of Madness (auch die Albumtitel sind progressiv)

Kanye West

Bei Kanye kann man beim besten Willen nicht mehr von einem Geheimtipp sprechen. Yeezie ist einer der bekanntesten und erfolreichsten Rapper der Welt; und schon vor seiner aktiven Karriere als Rapper hat er für die Größen des Biz‘ wie seinen Mentor Jay-Z produziert. Kanye West ist ein Allroundgenie: Die Verbindung von starken Flows, (meist) guten Rhymes und den Produktionen, die über jeden Zweifel erhaben sind, ergeben HipHop, wie er sein soll – abseits von all dem elektronischen HipHop-House-Hybriden, die derzeit durch die Charts und Discos geistern.

Albumtipp: The College Dropout

The Gaslight Anthem

Über Gaslight Anthem habe ich in diesem Blog schon unverhältnismäßig viel geschrieben. Und, oh Wunder, das liegt an der Qualität dieser Band. Nach nur drei Alben zeigt die Gruppe aus New Jersey eine Reife, die sich bei anderen Künstlern nie einstellt. Ihre Mischung aus modernem Heartland-Rock und schwindenden Punk-Einflüssen kann die Geschichten über das Ausbrechen und die Liebe und das Neuanfangen optimal projizieren. Mit einfachsten Mitteln schaffen Gaslight Anthem eine mitreißende Atmosphäre in ihren Songs, die erfrischend konsequent auf überproduzierten Schnickschnack verzichten – Drums, Bass, zwei Gitarren und Gesang.

Albumtipp: The ’59 Sound


Explosions In The Sky

Ein ganz aktueller Neuzugang in der Liste der Bands, die mich in den letzten Jahren besonders beeindruckt haben. Explosions In The Sky spielen Post Rock – das heißt, instrumentelle, atmosphärische Musik, die sich zwar Gitarre, Bass und Drums bedient, damit aber Musik macht, die über das traditionelle Verständnis von Rock herausgehen. Die Songs sind meist überlang und legen großen Wert auf Dynamik und Stimmung, weniger auf einzelne Riffs oder Solos. Andere Vertreter des Genres, die mir gut gefallen, sind Mogwai und Godspeed You! Black Emperor, aber an Explosions In The Sky gefällt mir der Verzicht auf zusätzliche Instrumente, seien es nun Geigen oder Cellos oder elektronische Instrumente.

Post Rock ist ein faszinierendes Genre.

Albumtipp, soweit ich das bis jetzt beurteilen kann: The Earth Is Not A Cold Dead Place

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2 Antworten to “Die besten Entdeckungen der letzten Jahre”

  1. Flo Says:

    Explosions In The Sky schaffen ne chillige Athmosphäre

  2. TheSecretCoAuthor Says:

    Gaslight Anthem ist hier die absolute Numer 1 in deiner Liste. Haste gut zusammengefasst in der Beschreibung!

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