Kurze Meinung zu Black Swan

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Black Swan Filmplakat - Natalie Portman

Habe mir vor ein paar Tagen – auf vielerlei Empfehlungen hin – Black Swan mit Natalie Portman angesehen. Und da ich so begeistert bin, möchte ich euch den Streifen hiermit auch wärmstens ans Herz legen – der beste Film den ich seit langem gesehen habe!

Zuerst war ich etwas abgeschreckt, als ich hörte, es gehe um Ballett… Doch die Aussagen, dass der Film sehr psycho und ganz und gar nicht Mainstream sei, haben mich dann doch gereizt. Und tatsächlich spielt Ballett eine eher untergeordnete Rolle in der Bedeutung und Aussage des Films. Wenn ihr einen klassischen Tanz-Film erwartet, habt ihr euch geschnitten. Denn vielmehr geht es um die psychische Entwicklung von Protagonistin Nina (Natalie Portman) von der kindlichen Unschuld (dem weißen Schwan) hin zur leidenschaftlichen und resoluten Schwanenkönigin (dem schwarzen Schwan). Es geht um das Streben nach Perfektion; es geht um sexuelle Befreiung – und es geht um die Schattenseiten der menschlichen Sozialnatur. Der Film steckt voller Bilder und Metaphern; so stellt Nina ausgangs den weißen Schwan dar, während Lily (Mila Kunis) die „dunkle Seite der Macht“ repräsentiert und ihre Tanzkollegin mehr und mehr vom lockeren Leben überzeugt.

Natalie Portman & Mila Kunis (Black Swan)

Gut und Böse? Portman und Kunis erinnern im Film etwas an Ying & Yang.

 

Der Clou an der Storyline ist aber eigentlich die Meta-Ebene der Ballettaufführung. Denn genau wie deren Handlung verläuft, ereignet sich auch die Entwicklung Ninas. Im großen Finale verschmelzen die Ebenen dann miteinander und runden das Kunstwerk ab. Als Stilmittel werden oft mittels technischer Spezialeffekte beeindruckende Bilder erzeugt, die sich lange im Kopf des Zuschauers verankern werden, wie z.B. das Sprießen schwarzer Federn aus Ninas Schulterblatt. Diese sind in schizophrenen Halluzinationen der Hauptdarstellerin eingebettet und wirken somit (zumeist) keineswegs lächerlich, sondern eher erschreckend und bedrohlich. Überhaupt weiß man als Zuschauer manchmal nicht, was nun real ist und was nicht. Auf der einen Seite kann ich dies nur loben, da man ja schließlich ähnlich empfinden soll wie die unzuverlässige Erzählerin. Andererseits kritisiere ich, dass manche Szenen, wie etwa Ninas letzter Auftritt an Beths Krankenbett, nicht wirklich nachvollziehbar sind. Warum war nun im Fahrstuhl Blut an der Nagelfeile? Von Nina selbst oder von Beth? Oder war sie vielleicht überhaupt nicht im Krankenhaus? Insgesamt sind diese mysteriösen und undurchsichtigen Szenen aber ein großer Pluspunkt von Black Swan. Auch die schauspielerischen Leistungen sind nochmal explizit hervorzuheben. Portman spielt ihre vielseitige Rolle einfach grandios. Und auch die markanten Nebenrollen von Lily, von Ninas psychisch sehr instabilen Mutter oder der ausgedienten Ballett-Göttin Beth sind hervorragend geschauspielert. Da dies aber nur eine „Kurze Meinung“ sein soll, will ich an dieser Stelle mal innehalten und euch nur den Rat geben: Geht mal wieder ins Kino und schaut euch ein wahres Kunstwerk an, über das ihr viel nachdenken werdet! Und nun, für alle Kerle, die durch die berühmte Lesbenszene zwischen Portman und Kunis sowohl ins Kino, als auch auf diesen Artikel gezogen wurden, ein paar Bilder zur Belohnung… ;-) Übrigens gehörte dies tatsächlich zur Strategie, das männliche Publikum zu locken und den Ballett-Faktor auszugleichen…

Lesbenszene / Lesbian scene Natalie Portman & Mila Kunis (Black Swan)

Lesbenszene / Lesbian scene Natalie Portman & Mila Kunis (Black Swan)

Mein Fazit: 9 von 10 goldenen Klappersträußen

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Eine Antwort to “Kurze Meinung zu Black Swan”

  1. TheSecretCoAuthor Says:

    Der Film ist wirklich richtig gut. Vor allem der Showdown am Ende. Wenn die Musik so richtig Orchester-mäßig laut wird und sie sich verwandelt. Das ist echt beeindruckend!

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