Test: Donkey Kong Country Returns (Wii)

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Donkey Kong Country Returns Cover

Ach du meine Güte! Ein Vulkan bricht aus, woraufhin undefinierbare Schwebewesen erscheinen und alle Tiere auf der Insel hypnotisieren. Und zwar nur, um ihren wahrhaft diabolischen Plan durchzusetzen – dem Affen seine Bananen zu klauen! Würde es sich hierbei um einen gewöhnlichen Primaten handeln, wäre dies das sichere Armageddon; doch glücklicherweise handelt es sich um den großartigen, legendären Donkey Kong! Welch Naivität auf Seiten der undefinierbaren Schwebewesen! Kurzes Brust-Getrommel und schon nimmt das Affentheater seinen Lauf!

Zugegeben – die Story zu Donkey Kong Country Returns ist, wie man das oftmals bei Nintendo erlebt, sehr dürftig und knapp gehalten. Doch auch bei diesem Spiel muss man wieder sagen: Who cares?! Es braucht einfach nicht mehr, um das simple, und doch geniale Gameplay angemessen in Szene zu setzen. Simpel? Ja. Einfach? Nein! Denn ein Satz noch vorweg: Auch wenn es nicht den Anschein macht ist dieses Spiel nichts für Gelegenheitsspieler, sondern teilweise echt knackig schwere Zockerkost.

Donkey Kong Country Returns Papercut (Gameplay)

Für viele eingefleischte Spieler hat schon der Name Donkey Kong Country eine ganz besondere Magie. Zusammen hängt dies mit den erstklassigen Hüpfspielen auf dem guten alten Super Nintendo – drei Teile an der Zahl. Sie gehören bis heute zur feinsten Oberschicht des Jump & Run-Genres und konnten Anfang der 90er mit bestechender Spielbarkeit und Technik überzeugen. Nach einer langen Auszeit bekommt Nintendos haariger Brüllaffe nun endlich mal wieder einen eigenen Titel mit berechtigten Ansprüchen spendiert. Dabei geht  man bewusst auf die alte Fangemeinde ein (wie schon am Titel zu erahnen ist), ohne aber die neu gewonnenen Gelegenheitsspieler völlig abzuschrecken; ein Spagat, der erstaunlicherweise tatsächlich mal gelingt – später mehr dazu.

Die Spielwelt in Donkey Kong Country Returns stellt eine Insel dar – fast wie in alten Zeiten. Ihr rennt, springt, klettert oder kämpft euch durch acht Hauptwelten, die sich thematisch unterscheiden und jeweils etwa zwischen fünf und zehn Leveln beherbergen. Kostprobe der Kulisse gefällig? Natürlich schwingt ihr euch wieder durch den obligatorischen Dschungel, doch führt es euch auch über Strände ober durch luftige Gebirge. In jedem Level gibt es die altbekannten K-O-N-G-Buchstaben zu sammeln (die diesmal aber eine wichtigere Rolle spielen als nur ein Extraleben zu verleihen…) sowie eine Anzahl von Puzzle-Teilen, mit denen ihr Galerien freischalten könnt. Diese sind oftmals sehr gut versteckt oder tauchen als Belohnungen für ebenfalls altbekannte Mini-Bonus-Einlagen auf. Auch wenn die besonders schwer zu findende DK-Münze der alten Teile nicht mehr existiert, wird euer Sammel- und Forschungsdrang mit Sicherheit befriedigt – und das ist heutzutage echt etwas besonderes… Ihr könnt die Levels also entweder schnell durchspielen oder aber viel Zeit aufbringen, um auch das letzte Geheimnis zu lüften.

Der vielleicht größte Unterschied zu den alten Teilen besteht darin, dass ein zweiter Mitspieler nicht dann erst die Kontrolle übernimmt, wenn Spieler 1 den Löffel abgibt, sondern permanent ebenfalls auf dem Bildschirm herumturnt. Das kann man sich in etwa wie in New Super Mario Bros. vorstellen. Dieser Aspekt dürfte bei vielen sehr gut ankommen, da so ein viel höheres Involvement im Multiplayer gegeben ist. Ich persönlich finde das angestaubte Konzept aber immernoch besser, da man einfach nicht so häufig die Übersicht ob eines weiten Rauszoomens verliert. Einen Online-Modus gibt es übrigens LEIDER nicht! Die Steuerung ist ok, hätte aber auch noch einen Tick feiner umgesetzt werden können. Warum kann man nicht einfach mal auf Schütteleinlagen verzichten, besonders wenn schon der Rest der Spiels so retro ist?! Die Rollattacke löst man nämlich auf diese Weise aus, was mich im Spielverlauf etliche Leben gekostet hat, da sie einfach nicht so exakt funktioniert wie ein Knopfdruck. Grafisch ist das Spiel keineswegs beeindruckend; sehr simple Umgebungen, die aber trotzdem schön bunt und stimmungsvoll gestaltet sind. Also auch für diesen Makel kann man das Spiel nicht schlecht reden.

Insgesamt bietet Donkey Kong Country Returns eine hervorragende Spielbarkeit und bedient besonders eingefleischte Zocker und Fans der Serie. Auch Gelegenheitsspieler werden zumindest anfangs zufriedengestellt, was sich aber nach und nach nicht mehr bestätigen lässt. Denn das Spiel wird einfach zu schwer! In manchen Leveln – besonders in Passagen mit flugzeugartigen Fässern – habe ich schon zum Verzweifeln viele Leben verloren… Das Spiel wird nichtsdestotrotz nie wirklich unfair! Höchste Konzentration ist eben gefragt…

Ich kann diesen spielerischen Leckerbissen also wirklich jedem empfehlen, der auf Jump & Run sowie die alte Schule steht. Besonders der Umfang ist gewaltig, nimmt man mal die ganzen freispielbaren Features dazu. Zu diesen möchte ich im Anhang noch ein Wort verlieren, an dieser Stelle aber nicht spoilern; für Geheimnisse also einfach nach unten scrollen. Abschließend bleibt nur noch zu sagen: Nintendo hat mal wieder ein spielerisches Highlight aus dem Hut gezaubert, ohne sich – zumindest technisch – zu sehr zu verausgaben! Nur komischerweise funktioniert das mittlerweile seit einiger Zeit hervorragend, denn man bekommt trotzdem fast immer einfach gute Spiele…

 

Fazit: 91 %


SPOILER: Hier noch ein paar Infos zu freispielbaren Bonusinhalten des Spiels. Wie schon angesprochen sind die KONG-Münzen von größerer Wichtigkeit als noch in den 90ern. Sammelt ihr nämlich in jedem Level einer Welt alle vier Buchstaben, bekommt ihr Zugang zu einem nun erscheinenden K-Level. Absolviert ihr dies, gibt’s als Belohnung eine magische Kugel… Schafft ihr dies schon nicht einfache Unterfangen in allen acht Welten ( = acht Kugeln) und habt das Spiel durchgezockt, öffnet sich ein geheimnisvoller Tempel in einer neunten Welt. Der beherbergt jedoch nur ein Level, an dessen Ziel ihr einen Spiegel erhaltet. Und als wäre es noch nicht genug der Boni, habt ihr nun die Möglichkeit, das gesamte Spiel noch einmal spiegelverkehrt durchzuspielen! Wanhsinn. Erst wenn ihr auch dasdies geschafft habt dürft ihr euren verschwitzten und womöglich blutigen Controller in die Ecke pfeffern… ;-)

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