Konzertbericht: Graveyard und Horisont in Köln, 18. März 2012

by

Mit Graveyard und Horisont haben sich die richtigen zwei Bands zusammengetan, um durch Europa zu touren. Im Underground in Köln vergangenen Sonntag sind die beiden schwedischen Bands mit bluesigem Retro-Hardrock an den Start gegangen.

Horisont Graveyard Köln Cologne 18. März 2012

Das nicht besonders große Underground war ausverkauft, das Gedränge war ziemlich groß – gerade weil die Bühne strategisch ungünstig an der Seite des Raums platziert war. Das hat die Crowd nicht davon abgehalten, nach anfänglicher Zurückhaltung ziemlich enthusiastisch zu werden.

Horisont als Vorband legten sich ins Zeug, um die Menge zu überzeugen. Mit vollem Körpereinsatz ging die Band zu ihrem flotten, harten Bluesrock ab. Auch wenn Horisont songwriterisch nicht so ausgefeilt sind wie ihre offensichtlichen Vorbilder Graveyard, machten sie das durch gute Stimmung und sichtbare Freude auf der Bühne wieder wett. Und dass fünf Mittzwanziger aus Schweden, allesamt mit Schnurrbart und langen Haaren, in Skinny Jeans und Siebziger-Shirts, es schaffen, nicht wie billige Karikaturen auszusehen, ist lobenswert.

Graveyard Horisont Köln Cologne 18. März 2012

Bei Graveyard ging es ein wenig subtiler, wenn auch nur wenig ruhiger zu. Mit gerade zwei Alben als Backkatalog streubte sich die Band doch, überhaupt Songs aus ihrem Debüt zu spielen; nur „Evil Ways“ stoch hervor. Qualitativ natürlich eine gute Entscheidung, ist doch Hisingen Blues ein hervorragendes Album ohne Schwächen und eines meiner persönlichen Highlights für 2011.

Sänger Joakim Nilsson wirkte anfangs noch nicht so recht aufgetaut, mit kleinen textlichen Schwächen und mehr konzentriert als engagiert. Das änderte sich aber flott, und so lieferten Graveyard eine wirklich mitreißende Show ab. Dafür sorgte vor allem Drummer Axel Sjöberg. Selten habe ich einen Schlagzeuger gesehen, der so viel Spaß bei einem Konzert hatte. Ob mit breitem Grinsen oder verklärtem Blick mit geschlossenen Augen, war er klar das Rückgrat der Band.

Musikalisch gab es bei Graveyard nichts auszusetzen. Die Band könnte auch auf weit größeren Bühnen überzeugen, weil sie stark anihren Instrumenten sind und als  Gruppe hervorragend zusammenspielen, auch bei kurzen Impro-Teilen.

Für 20 Euro Horisont und Graveyard an einem Abend zu sehen, lohnt sich; auch wenn die kombinierte Spielzeit nur etwas über zwei Stunden betrug. Wer auf blusigen Rock im Stile von Led Zeppelin oder den frühen Black Sabbath steht, kommt auf jeden Fall auf seine Kosten – auch wenn es hier vielleicht mal keine Moshpits gibt.

Advertisements

Schlagwörter: , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: